Update 29. Januar 2026: Polarlichter 19. Januar 2026

Nach einem Sonnen-Flare der Intensität X1.9 aus der Fleckengruppe 4341 am Sonntag, 18. Januar 2026 waren über dem Hochnebel in der Schweiz am Montagabend Polarlichter zu beobachten.

Hier die Fleckengruppe 4341 aus welcher der solare Ausbruch kam. Quelle: Spaceweather.com (SDO)
2026-01-18 Solar Flare aus der Fleckengruppe 4341 mit der Intensität X2
(Quelle: SOHO, NASA, Spaceweather.com)
20260118 Solar CM GOES-19 CCOR-1
2026-01-18 Solar Coronal Mass Ejection (CME) mit einer ungewöhnlich hohen Geschwindigkeit von über 1600 km/sec (Quelle: GOES-19 CCOR-1 Coronograph, NOAA, Spaceweather.com)

Um knapp nach 20.00 Uhr nur 25 Stunden nach der grossen Explosion auf der Sonne war die Schockfront mit bis zu 1100 km/s angekommen. Das Magnetfeld drehte extrem nach Süden und es war ein BZ von -70. Also Webcam Rigi schauen. Da war um 21.40 Uhr Polarlicht drauf. Nebel schauen. Ungefähr 700 Meter. Also los Richtung Eigenthal. Der stärkste Sonnensturm seit 2003 trifft auf die Erde und löst einen G4 Sonnensturm aus. Dieser Sturm wird mehr als 24 Stunden dauern.

Es war knapp nach 22.00 Uhr als im Holderchäppeli folgende Bilder aufgenommen werden konnten. Die grosse Show begann. Es bildeten sich mehrere Reihen von grünen Bändern. Teil so hell, dass ich abblenden musste.

20260119 Polarlicht über dem Holderchäppeli, Foto Markus Burch, Nikon D-500, Simga 28 mm, Blende 2.8, 6 Sekunden ISO 640
20260119 Polarlicht über dem Holderchäppeli, Foto Markus Burch, Nikon D-500, Simga 28 mm, Blende 2.8, 6 Sekunden ISO 640
Wunderschöne Beamer über dem grünen Bogen. 19.1.2026, 22.25 Uhr MEZ, Nikon D-500, 8 Sekunden, Blende 2.2, ISO-640,

Es gab wunderschöne grüne Bänder zusammen mit Roten Beamern. So intensiv innert Sekunden aufgeschienen.

von links gab es plötzlich ein 2. grünes Band und rechts und in der Mitte die roten Polarlichter. Dabei werden Sauerstoffatome in unterschiedlichen Höhen vom Sonnenwind zum Leuchten angeregt. 8 Sekunden, Blende 2.2, ISO-640. 22.39 Uhr
oben bildete sich von links her ein Band das fast schon weiss wurde und extrem hell. darunter die roten Polarlichter und ganz unten das grüne Polarlicht. 22.43 Uhr. 6 Sekunden, Blende 2.2, ISO-800.
20260119 drei grüne Polarlichtbänder über dem Lehn. Rechs unten der Polarlichtbogen und dazwischen rot. Bild Markus Burch
drei grüne Polarlichtbänder über dem Lehn. Rechs unten der Polarlichtbogen und dazwischen rot. Bild Markus Burch 22.45 Uhr MEZ
22.47 Uhr MEZ, Blende 2.2, 6 Sekunden, 28 mm, Nikon D-500, Sigma 28 mm, Holderchäppeli, Markus Burch

Ganz interessantes Foto mit unten dem grünen Bogen, dann oberhalb Rot und ein weiterer grüner Bogen wieder rot und dann oben aber der nächste Bogen der entstand und fast schon blau weiss war. Wie die oberen Bögen entstehen ist mir nicht bekannt. Im Meteorosforum diskutieren sie über einen Protonenevent. Aber die helle Farbe habe ich noch nie so beobachten können.

20260119 Unten Polarlichtoval und im oberen Bereich das rote Polarlicht, Foto Markus Burch, Holderchäppeli, Nikon-D500, Sigma 28 mm
20260119 Unten Polarlichtoval und im oberen Bereich das rote Polarlicht, Foto Markus Burch, Holderchäppeli, Nikon-D500, Sigma 28 mm
20260119 Da ist alles drauf ganze helle grüne Bänder, dann rot bis violett. Das war so extrem hell für ein paar Sekunden. Das Licht spiegelte sich im Schnee. Foto Markus Burch
20260119 Da ist alles drauf ganze helle grüne Bänder, dann rot bis violett. Das war so extrem hell für ein paar Sekunden. Das Licht spiegelte sich im Schnee. Foto Markus Burch
im höheren Bereich gab es einen grünen Bogen über den ganzen Himmel. Dazwischen rote Beamer und auch unterhalb nochmals grün. 22.54 Uhr. 6 Sekunden, Blende 2.2, ISO-800
ganz unten Nebel, dann das grüne Polarlicht, oben das rote, das bis 400 km Höhe reicht. Links unten Landessender, rechts unten Albis. 23.05 Uhr
23.00 Uhr, Nikon D-500, Sigma 28 mm, ISO 800, Blende 2.2 6 Sekunden, Foto Markus Burch
Fantastische Farben am Nordhimmel. Grünrotgrünviolett, Foto Markus Burch, Nikon D-500, 28 mm Sigma, F2.2, ISO-800, 6 Sekunden
Hier bildeten sich auch wieder obere Linien und Bögen. Nikon D-500, Sigma 28 mm, Blende 2.2, 6 Sekunden, ISO-800. Markus Burch

Die Bänder bildeten sich von rechts und von links und trafen sich in der Mitte am Himmel. Sie leuchteten so extrem hell. Es schien dann als sie zusammen waren dass sie innert 5 Sekunden erlöschten wie ein Kurzschluss die ablöschen würde. am Folgetag habe ich gelesen, dass es sich evtl. um einen Bogen handelt der aufgrund der Protonen erzeugt worden ist. Es war auch höher als die roten.

Ich konnte zwischendurch mir einen kleine Gag nicht verkneifen. Ich habe ein Bild gemacht in dem ich vor der Kamera das Polarlicht festhielt.

Der Geist vor der Kamera war der Autor der das Polarlicht festhält.
und noch ein Bild als Hochformat um zu sehen wie hoch die Polarlichter nach oben reichten. Es reichte bis fast zum Zenit. schöne rote Beamer bis hoch hinaus. , Foto Markus Burch 23.16 Uhr. F2, 6 Sekunden ISO-800

Aber als Abschluss flog dann noch das durch das Bildfeld der Kamera.

20260119 unten noch leicht das grün. Da war das Magnetfeld schon deutlich nach Norden geneigt. Und es flog ein Bolide ins Bildfeld. Diese helle Sternschnuppe hatte ungefähr -4 mag Helligkeit und aus Zufall hatte ich die Kamera gerade am Belichten
20260119 unten noch leicht das grün. Da war das Magnetfeld schon deutlich nach Norden geneigt. Und es flog ein Bolide ins Bildfeld. Diese helle Sternschnuppe hatte ungefähr -4 mag Helligkeit und aus Zufall hatte ich die Kamera gerade am Belichten

Bis gegen Mitternacht gab es ein paar Interessierte auf dem Parkplatz die dann auch sich die Nacht um die Ohren schlagen wollten. Interessant war, dass in dieser Zeit das Magnetfeld bis 60 Nord war was normalerweise für uns hier unten einen sofortigen Stopp der Polarlichter heisst.

Michael Donath hat mir auch ein paar Fotos zugeschickt. Die waren mit dem IPhone gemacht. Ist interessant den Vergleich zu haben was das Handy kann und was die Spiegelreflex. Bei einer Belichtungszeit von 1 Sekunde und den hohen ISO-Zahlen ist es schon erstaunlich was hier gemacht werden kann. Das ist auch aus der Hand aufgenommen. Meine Fotos waren auf dem Stativ. Herzlichen Dank an Michael und es war interessant mit anderen dieses fantastische Ereignis zu sehen.

22.17 Uhr, Iphone 17 Pro, Blende 1.8, 1 Sek., 7 mm Brennweite, Michael Donath, ISO-10000. Auf diesem Weitwinkel ist links das Lehn zu sehen und ganz rechts aussen der Albis.
Wahrscheinlichkeit. Hier allerdings für 53° Nord. Muss leicht nach unten korrigiert werden für die Schweiz. Quelle: https://aurora.mtwetter.de/ die Violetten Säulen sind stark visuelle Polarlichter.

Evtl. werden im Verlauf der Nacht noch weitere Polarlichter zu beobachten sein. Aktuell ist aber das Magnetfeld zu weit nördlich.


Aufgrund der Vorwarnung die wir rausgaben waren auch einige Mitglieder der AGL unterwegs. So konnte Jörg Lang beim Gormund folgende Aufnahmen machen.

Polarlicht Gormund, Jörg Lang
Polarlicht Gormund, Jörg Lang
Canon 6D mit Zoom Objektive 17-40 mm
Brennweite 19 mm / Blende 4,5 / Belichtung 15 Sek. ISO-6400, Jörg Lang, Gormund

Andreas Walker konnte am Montag in Leutwil (AG) das Porlarlicht aufnehmen. Interessant bei seinem Bild ist, dass er direkt am Nebelrand war (der ihn dann später noch einholte). Unten im Bild der Nebel, darüber das Polarlicht.

Aufnahme von Andreas Walker, IPhone 15 Pro Max, Blende 1.8, ISO-5000, 1 Sekunde

Die automatische Roundshoot Webcam auf Rigi-Scheidegg hat während über 90 Minuten eindrückliche Polarlichter verschiedener Farben aufgezeichnet, welche über dem Hochnebel Richtung Zugersee / Norden zu sehen waren.

20260119 2154 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2154 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2204 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2204 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2214 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2214 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2224 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2224 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2235 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2235 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2244 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2244 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2254 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2254 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2304 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2304 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2314 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
20260119 2314 MEZ Polarlichter Webcam Rigi-Scheidegg
2026-01-19 Polarlicht ab 22:48 MEZ am Standort Kulmerau, Triengen LU (Zeitraffer Video: Christoph Portmann, AGL)
2026-01-19 Polarlichter ab 21:10 bis 02:20 MEZ auf der Webcam Säntis (Zeitraffer Sequenz zusammengestellt von Stefan Meister, Sternwarte Bülach)

Und hier noch ein Bericht auf SRF Meteo mit zusätzlichem Material zu dieser Polarlichtnacht über der Schweiz.
Und weiteres Material zur Polarlicht-Nacht im Bericht vom Tages-Anzeiger.

Markus Burch und Roland Stalder, Dienstag, 20. Januar 2026


20. Januar 2026:

Nachdem über den Tag die KP Werte immer noch auf 7 und höher waren, so blieb das über den Tag. Auch die Geschwindigkeit und die Dichte wie auch das Magnetfeld nach Süden waren gut und versprachen, dass es am Abend evtl. noch was geben könnte.

Also fuhr ich nochmals Richtung Parkplatz oben bei der Abzweigung zum Schwarzenberg. Da waren schon 8-9 Fahrzeuge inkl. ein paar Bekannte vom Vorabend.

Polarlicht am 20. Januar 2026, Nikon D-500, Sigma 28 mm, 19.40 Uhr, F 2.2, ISO 800, 8 Sekunden, Markus Burch
Dienstag, 20. Januar 2026, unten leicht grün und oberhalb rötlich. 19.52 Uhr MEZ. Nikon D-500, Sigma 28 mm, F 2.2, 6 Sekunden ISO-800, Parkplatz oberhalb Holderchäppeli. Markus Burch
Dienstag, 20. Januar 2026, unten leicht grün und oberhalb rötlich. 19.41 Uhr MEZ. Nikon D-500, Sigma 28 mm, F 2.2, 6 Sekunden ISO-800, Parkplatz oberhalb Holderchäppeli. Markus Burch
Nikon D-300, Sigma 20 mm, 19.59 Uhr MEZ. 8 Sekunden, F=2, ISO-640. Markus Burch

Nachfolgend noch die Aufzeichung der Polarlichtwahrscheinlichkeit vom 20. Januar 2026.

Übersicht der Wahrscheinlichkeit am 20. Januar. Quelle: Polarlichtwahrscheinlichkeit in Norddeutschland

Auch Edi von Bergen hat auf dem Glaubenberg die Polarlichter aufgenommen. Es war aber deutlich schwächer als gestern.

Auch unterwegs war Andreas Walker. Er war an diesem 20. Januar unterwegs in der Nähe des Landessenders in Beromünster. Er hat da einen schönen Baum als Vordergrund für die Polarlichter gefunden.

Beromünster, Aufnahme Andreas Walker, Iphone 15 Pro Max, F1.8 1 Sek, ISO-8000. 19.40 Uhr MEZ.
Auch am schwächeren Polarlichttag hat Andreas hier einen schönen Beobachtungsort gefunden.
Andreas Walker, IPhone 15 Pro Max, Blende 1.8, 1 Sekunde, ISO-10000, 19.43 Uhr

Danke für die Bilder die wir hier auch präsentieren dürfen an alle die sie bereitstellen.

Für mich war das jetzt das 5. Polarlicht seit November 2023 (und 2 auf den Webcams da es Nebel hatte). Das ist eine gute Ausbeute. Die davor in Luzern waren im 2001 und 2003 gewesen. Und ich hoffe, dass es noch nicht das letzte in diesem Sonnenzyklus gewesen ist.

Markus Burch, 21. Januar 2026, updated 25. und 29. Januar 2026


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