Bericht zur partiellen Sonnenfinsternis vom 10. Juni

Von:
Markus und Stella Burch

Schon seit geraumer Zeit wussten wir, dass wir gemeinsam die partielle Sonnenfinsternis vom Donnerstag, 10. Juni 2021 beobachten wollten. Ich freute mich, nach der langen Corona-Zeit endlich wieder mal was zusammen mit der Tochter unternehmen zu können. Wir hatten für Stella einen Jokertag eingegeben und gingen zusammen beobachten. In den Tagen vor der Finsternis gab es immer wieder viel Regen und sehr schlechtes Wetter. Doch die Wettermodelle zeigten, dass für den Donnerstag endlich eine Besserung eintreffen könnte. Nach Gewittern am Vorabend und viel Feuchtigkeit in der Luft sollte sich am Morgen dann die Bewölkung nach Osten verziehen. Mein Plan war von Luzern her etwas weiter nach Nordwesten zu fahren um ein bisschen mehr Sonnen-Abdeckung zu bekommen. Das Auto war mit dem Teleskop beladen, Essen eingepackt, das wir grillieren konnten, Sonnencreme und Getränke waren mit dabei.

Beim Frühstück am Morgen schon strahlender Sonnenschein. Allerdings gab es von Sursee nach Norden und entlang der Aare aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit überall Nebelfelder. So wusste ich, dass ich nicht so weit nördlich wie gewünscht fahren konnte. Das hiess, dass ich wohl am ehesten auf den bekannten Punkt beim Reservoir des Landessenders fahren würde. Um ca. 10.00 Uhr fuhren wir los. (Unterwegs noch frische Brötchen, Chips und Würste geholt)
Beim Reservoir des Landessenders hat es jetzt einen Rastplatz mit Tischen und Bänken und 3 Grills. Stella half mir mit beim Aufstellen des Teleskops. Für uns hatten wir auch noch 2 Sitze mitgenommen. Da kam bei Stella schon mal der erste Hunger. Sie hat uns Sandwich gemacht. Wir mussten auch reichlich Sonnencreme einstreichen.

Beobachten macht Hunger. Danke Stella für das Sandwich!

Um 11.29 Uhr ging es los. Schon nach kurzer Zeit haben wir am Teleskop oben den Mond vor der Sonne gesehen. Kurz danach konnte es auch gut mit der Finsternisbrille beobachtet werden. Einige Wanderer auf dem Radioweg kamen vorbei und wir konnten Ihnen mit den Brillen und auf dem Livebild am Teleskop die SoFi zeigen.

Schon nach ein paar Minuten war oben der Mond für die Abschattung der Sonne verantwortlich.
Aufnahme: Nikon D-500, Vixen ED-103 bei 1200 mm Brennweite, Baader Astrofolie ND 3.8. Belichtungszeit 1/500 Sekunden
Aufnahme: Stella und Markus Burch, Aufnahmeort: Reservoir Landessender.

Bis um 12.20 Uhr nahm die Bedeckung zu. Damit war dann der Höhepunkt dieser partiellen Finsternis erreicht. In der Wartezeit haben wir noch Schmetterlinge fotografiert und das Feuer beim Grill angezündet.

Liveview am Teleskop an der Nikon D-500.
so konnte ich mit der Vergrösserung auch kontrollieren dass die Bilder einen guten Schärfepunkt haben.
Maximum der Finsternis um ca. 12.20 Uhr MESZ.
Aufnahme: Nikon D-500, Vixen ED-103 bei 1200 mm Brennweite, Baader Astrofolie ND 3.8. Belichtungszeit 1/500 Sekunden
Aufnahme: Stella und Markus Burch, Aufnahmeort: Reservoir Landessender.

Interessant war, dass man dieses Mal die Mondtäler und Mondberge erahnen konnte. die Sonnenränder sind scharf und klar. Beim Mondrand hat es aber Unebenheiten.
In der Zeit nach dem Maximum gab es erste Quellwolken aber die Finsternis war auch in der abnehmenden Phase gut zu beobachten.

In der abnehmenden Phase lässt sich leicht oberhalb der Mitte auch die Fleckengruppe 2832 erahnen. Aufnahmezeit: 12.51 Uhr MESZ.
Aufnahme: Nikon D-500, Vixen ED-103 bei 1200 mm Brennweite, Baader Astrofolie ND 3.8. Belichtungszeit 1/500 Sekunden
Aufnahme: Stella und Markus Burch, Aufnahmeort: Reservoir Landessender.
Ausschnitt mit der Fleckengruppe

So nahm die Bedeckung auf der Sonne ab und um 13.14 Uhr war dann die Finsternis beendet. Kurz davor haben wir mit der Brille noch die Einbuchtung gesehen und noch eine letzte Aufnahme durch das Teleskop gemacht.

Kurz vor dem 3. Kontakt konnten wir noch einen letzten Blick auf den abziehenden Mond werfen.
Aufnahme: Nikon D-500, Vixen ED-103 bei 1200 mm Brennweite, Baader Astrofolie ND 3.8. Belichtungszeit 1/500 Sekunden
Aufnahme: Stella und Markus Burch, Aufnahmeort: Reservoir Landessender. Zeit 13.10 Uhr MESZ.

Vor dem Abbau der Geräte ging es jetzt an die Gastronomie. Wir hatten Bratwurst, Cervelat und Salat mit dabei und genossen das Mittagessen bei schönem Wetter. Es gehört einfach dazu, dass neben der Astronomie auch das Essen nicht zu kurz kommt.

Wir haben zusammen abgemacht, dass wir im Jahr 2026 am 12. August ganz sicher in Spanien sein wollen um dort die Totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Davor wird es aber noch eine partielle Finsternis am Dienstag, 25. Oktober 2022 geben – an diesem Datum werden ca. 17% der Sonne bedeckt sein. Von der Tageszeit her wird es ein paar Minuten früher als dieses Mal sein. Im Oktober muss man dann wohl eher wieder schauen, dass man über den Nebel kommt. Wir freuen uns auf die nächsten Finsternisse die Papi und Tochter zusammen beobachten dürfen.

Copyright © 2021 Astronomische Gesellschaft Luzern | Datenschutzerklärung | Luzern, 14. September 2021