Die totale Sonnenfinsternis vom 12. August 2026

Nach einigen Jahren Unterbruch ist in Europa wieder eine totale Sonnenfinsternis zu beobachten. In den Abendstunden des 12. August wird Island und die iberische Halbinsel mit einer totalen Sonnenfinsternis beglückt. Im Resten von Europa ist es eine sehr hohe partielle Finsternis, die zu erwarten ist. In Luzern ist es über 90% .

Diamantring am 1. August 2008 in der Wüste Gobi. Bild Markus Burch
Diamantring am 1. August 2008 in der Wüste Gobi. Bild Markus Burch

Wo ist die Finsternis überall zu sehen?

Die Finsternis starte nördlich von Sibirien, trifft dann den Osten von Grönland, dann den Westen von Island wo auch die maximale Länge der Finsternis sein wird. Zum Schluss dann über die Iberische Halbinsel. Den Grossteil in Spanien und nur ein ganz kleines Eck in Portugal. Am Schluss trifft dann der Mondschatten noch Mallorca bei Sonnenuntergang.

Einige interessante Informationen zu dieser Sonnenfinsternis:


• Die Finsternis ist die 48. Finsternis des Saros Zyklus 126

• Vorgängerfinsternis 1. August 2008 (Wüste Gobi)

• Nachfolgerfinsternis 23. August 2044 Nordamerika (Kanada)

• Maximale Länge 2 Minuten 18 Sekunden westlich vor Island

• Maximale Breite des Finsternispfades 294 km

• 1. Finsternis 10. März 1179, letzte Finsternis 3. Mai 2459

Finsternis in Spanien:

Der Mond wird in Nordspanien um 20.26 Uhr und 52 Sekunden an der Küste bei Cabo Busto erreichen. Die Dauer der Totalität ist dort bei 1 Minute und 50 Sekunden. Hier steht die Sonne noch gut 10 Grad über dem Horizont was die Beobachtung erleichtert.

Blick am Nordrand von Spanien auf den Atlantik hinaus wo die Sonne dann gut 10° über dem Horizont stehen wird. Quelle Googlestreetview. Faro de Cabo Busto.

Allerdings sind die Wetteraussichten im Norden von Spanien leicht schlechter als im zentralen Spanien.

Der Finsternispfad durch Spanien mit der Wolkenwahrscheinlichkeit. Quelle Solar-Eclipse.Info.

Der Schatten des Mondes wandert dann über Oviedo, Burgos, östlich an Madrid (knapp ausserhalb der Totalität) vorbei.

Bild Quelle Google Street View. Ungefähr so dürfte die Sicht nach Nordwesten in diesem Bereich der Finsternis sein. Hier sind wenige Hügel die die Beobachtung einschränken könnten.

Danach südlich von Zaragossa und bis zur Mittelmeerküste bei Peniscola. (überall im Bereich zwischen Valencia im Südwesten und Tarragona im Nordosten zu sehen) Dort steht dann die Sonne nur noch 3° über dem Horizont.

Festung von Peniscola mit Blick in Richtung Sonnenfinsternis. Die Hügel in diesem Bereich könnten Probleme verursachen. Quelle Google Street view.

Was auch zu beobachten ist an der Mittelmeerküste ist, dass direkt Richtung Norden und Nordwesten ein Gebirge ist. Daher ist es besser im Landesinnern zu beobachten. Auch da ist ein tiefer Nordwesthorizont wichtig. Die Wetteraussichten im Innern sind besser.

Ganz zum Schluss erreicht dann kurz vor Sonnenuntergang der Mondschatten die Balearen. Hier steht die Sonne nur noch knapp 1-2 Grad über dem Horizont.

Blick aus dem Nordwesten von Mallorca. Die Sonne steht hier nur noch 2° über dem Meer. Quelle Google Streetview.

Finsternis in Luzern:

Die Finsternis findet rund um den Sonnenuntergang statt am Mittwoch, 12. August 2026. Die Sternwarte wird zwar geöffnet haben aber leider geht die Sonne schon vor der maximalen Phase hinter dem Sonnenberg unter.

• Mögliche Beobachtungsorte brauchen einen tiefen Westnordwesthorizont wegen der schon extrem tiefstehenden Sonne.

• Gutes Wetter. Im Sommer hat es vielfach Quellwolken und diese verhindern dann im Westen die Beobachtung. Also rechtzeitig auf die Wetterentwicklung schauen. Ein Verschieben in der Schweiz von einem Ort zum anderen sollte gut gehen. (Abendverkehr beachten)

• Höher gelegene Beobachtungsorte gewinnen ein paar Sekunden Beobachtung. Je höher man beobachtet, desto länger kann die Sonne beobachtet werden. (zum Beispiel auf dem Pilatus oder der Ahornalp mit freiem Blick Richtung Nordwesten gewinnen durch Ihre Höhe einige Sekunden Beobachtungszeit.

• Partielle Bedeckung über 90 Prozent in Luzern

Beispiel der Zeiten für die Flüsskapelle oberhalb von Nottwil:
Start der Verfinsterung: 19.25 Uhr MESZ
Maximum: 20.18:33 Uhr MESZ, Stand der Sonne über dem Horizont 3.4°
Sonnenuntergang: 20.43 Uhr MESZ

Der 2. Teil der Finsternis kann in der Schweiz dann nach dem Maximum nicht mehr beobachtet werden. Die Sonne ist da schon untergegangen und es kann dafür der Beobachtungswinkel geändert werden von Nordwesten nach Nordosten und dann die Perseidensternschnuppen beobachtet werden.

Wahl des Beobachtungsstandortes:

Es sind einige Punkte bei der Wahl des Beobachtungsortes zu beachten um eine erfolgreiche Beobachtung durchführen zu können.

• Erreichbarkeit (Strasse in der Nähe. Viel Verkehr möglich)

• Wetterstatistik, aktuelle Wetterprognosen

• Länge der Finsternis

• Abwägen welche Kompromisse es braucht

• Achtung unbedingt beachten, dass die Sofi extrem tief sein wird. Daher berücksichtigen, dass der Horizont auch tief ist. Ansonsten wird die Sonne untergehen und die Finsternis ist noch am Laufen.

Phänomene während einer partiellen/totalen Sonnenfinsternis:

Aufnahmen von der Sonnenfinsternis 2008 in der Wüste Gobi. Rechts ein Bild von Andreas Walker.

Im Verlauf der Finsternis werden die Schatten auch entsprechend der Phase sichelförmig. Es ist das Prinzip einer Lochkamera dass hier genutzt wird. Blätter werden dann auch Schatten und die Schatten werden ab 60/70% dann auch am Boden sichelförmig. Es kann ein Blatt genommen werden mit Löchern die mit einem Stift gemacht worden sind oder ein Sieb nehmen dass auch runde Lücken hat.

Licht und Kontrast:

Im Verlauf der Finsternis werden die Kontraste und das Licht ganz speziell. Es entsteht durch das fehlende Licht eine ganz spezielle Stimmung. Interessant ist es während der partiellen Phase mit der gleichen Belichtungszeit unterschiedliche Fotos zu machen. Man sieht dann wie das Licht wirklich zurückgeht. Unser Auge und das Gehirn gleichen das laufen aus und es ist von Auge weniger deutlich als auf Aufnahmen.

Natur/Flora/Fauna:

Tiere legen sich zum Schlafen während der Finsternis da das fehlende Licht wie ein normaler Abend wirkt.
Pflanzen schliessen Ihre Blütenköpfe. Die Beleuchtung der Strassen schalten sich ein. Nachtaktive Tiere werden aktiv.

Beobachtungsmittel:

Was benötige ich um diese Finsternis zu beobachten. Das wichtigste ist, dass die Augen geschützt werden. Es darf nie ungeschützt die Sonne beobachtet werden. Hier nachfolgend einige Tipps wie die partielle oder totale Sonnenfinsternis beobachte werden kann.

• für eine Beobachtung ist eine Sonnenfinsternisbrille nötig. Diese können in der Sternwarte gekauft werden. Für die ganze partielle Phase darf nie ohne Brille beobachtet werden.

• Fernglas ( darf nur mit speziellen Sonnenfiltern benutzt werden. Erblindungsgefahr)

• Teleskop (Beobachten nur mit speziellen Sonnenfiltern. Erblindungsgefahr)

• Fotografieren (Es darf nur mit speziellen Sonnenfiltern fotografiert werden. Auch da herrscht beim Beobachten Erblindungsgefahr)

• Lochsieb (zeigt die sichelförmigen Schatten)

• von blossem Auge (nicht die Sonne aber die Umgebung und wie sich die Landschaft verändert)

• Baader AstroSolar: Es gibt spezielle Sonnenfilter für die Beobachtung. Diese können selber zurechtgeschnitten werden für Ferngläser oder Fotoobjektive. Es gibt viele Möglichkeiten die Folien zu platzieren ( Bei Objektiven lässt sich das gut an Gegenlichtblenden befestigen die schnell weggenommen werden können. Oder mit einem Karton lässt sich der Filter auch erstellen. Unbedingt immer kontrollieren, dass keine Schäden an der Folie ist. Es gibt 2 unterschiedliche Varianten von Sonnenfiltern. Die für das direkte Beobachten mit den Augen haben eine Dichte von ND-5, die für die fotoobjektive haben eine Dichte von ND=3.8. Die Filter gibt es bei Astronomiefachgeschäften und online.

Tipps für das Fotografieren:

• Stativ: es braucht unbedingt ein Stativ.

• Spiegelreflex: Am besten für die Fotografie einer Sonnenfinsternis eignen sich Spiegelreflexkameras.

• Teleobjektiv 500 mm und grösser: Da die Sonne ungefähr 0.5° am Himmel hat ist es nötig, dass grössere Teleobjektive genutzt werden um Bilder von der Sonne selber mit einem Sonnenfilter zu machen.

Weitwinkel für Stimmungsbilder der Landschaft. Interessant ist es auch die Stimmung der Sonne mit der Landschaft aufzunehmen. Vielleicht auch mehrere Aufnahmen mit gleicher Belichtungszeit machen im Abstand von 10 Minuten um den Unterschied beim Licht festzuhalten.

Fernauslöser: um den Fotoapparat nicht in Schwingung zu bringen ist das Benutzen eines Fernauslösers nötig. Mit dem Teleobjektiv hat es schon ziemlich viel Gewicht, dass in Schwingung kommen kann. Es gibt auch Programme mit welchen man einen festen Ablauf und Belichtungszeiten programmieren kann so dass dann die Kamera automatisch das richtige macht. (Beispiel Eclipse Orchestrator)

Mehrfachbelichtung der Bahn der Sonne mit einem Weitwinkel. Damit können zum Beispiel alle 10 Minuten die Bilder der abnehmenden Sonne aufgenommen werden.

Protuberanzen währen der Totalität: Diese können mit einem Teleobjektiv aufgenommen werden. (Während der Totalität) Dazu braucht es aber kurz Belichtungszeiten da nur damit die Protuberanzen aufgenommen werden können. Zum Beispiel 1/1000 sek. Wenn es länger belichtet wird, dann überstrahlt die Corona diese Protuberanzen.

Allgemein: Daran denken, dass währen der Totalität sehr wenig Zeit ist um etwas umzustellen. Daher nichts an der Schärfe ändern. Einen Plan machen, welche Bilder mit welcher Belichtungszeit geschossen werden können.

Weitere Tipps von Fred Espenak zum Fotografieren sind hier zu finden:
https://www.mreclipse.com/SEphoto/SEphoto.html

Markus Burch, Horw, 9.2.2026

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