Am Abend des 12. August 2026 fand in der Schweiz die grösste partielle Finsternis seit dem 11. August 1999 statt und erst in den späten 2070er Jahren wird es wieder eine so starke Finsternis hierzulanden geben.
Nachfolgend Fotos und Berichte von unseren Mitgliedern, welche die Finsternis in unseren Stammlanden beobachtet haben.
Sternwarte Hubelmatt Luzern
Die Sternwarte Luzern war ab 19:00 Uhr geöffnet. Die maximale Bedeckung konnte in der Sternwarte nicht gezeigt werden, weil der Sonnenuntergang bereits um 20:02 Uhr war. Wir erwarteten trotzdem einen Ansturm, denn unsere Webseite registrierte vom 10. – 12. August über 7’000 Aufrufe. Kurz nach 19 Uhr mussten wir mit 50 Gästen bereits „full house“ melden und als Alternative zur Aussenstation beim Kleinplanetarium verweisen, wo Kurt und Stefan weiteren 40 Interessierten die Sonne im Weisslicht und H-alpha Licht zeigten.
Auch oben auf dem Dach in der Sternwarte waren diese beiden Ansichten in Teleskopen mit geeigneten Sonnenfiltern zu geniessen, zusätzlich projizierten wir die Sonnenscheibe 70 cm gross auf die spezielle Leinwand und zeigten auf dem grossen Bildschirm eine Liveübertragung der totalen Finsternis von Spanien. Unser grosses Teleskop, das „MFT“ war auf das Stanserhorn gerichtet – dort konnten wir die Schaulustigen zu Hunderten aufgereiht sehen, wie sie die tiefe Sonne beobachteten. Kurz nach 20 Uhr begann dann die Sonnensichel hinter dem Sonnenbergwald zu versinken, was auf unserer Grossprojektion eindrücklich mitverfolgt werden konnte.
Es war ein schönes Erlebnis mit den dankbaren Gästen die partielle Finsternis und die untergehende Sonnensichel zu erleben und es war einer dieser Tage, wo es ganz ok ist, die Mitmenschen ungeniert zu fragen „darf ich mal Deine Brille benutzen?“ 🙂

Am Donnerstagmorgen war wohl die eine oder der andere froh, dass die Sonnenscheibe wieder wie gewohnt kreisrund aufgegangen ist.
Roland Stalder (mit zusätzlichen Fotos von A. Frei), 13. August 2026
Familie Burch bei der Flüsskapelle in Nottwil:
Da wir wegen diversen Problemen nicht nach Spanien fahren konnten haben wir beschlossen das zusammen mit meiner Familie und mit meinen Eltern zu beobachten. Ich habe mich schon länger auf den Baum oberhalb der Flüsskapelle festgelegt da dort ein tiefer Horizont und eine gute Erreichbarkeit gegeben ist.
Die Wetteraussichten für den 12. August waren sehr gut. Nur in den Zentralalpen gab es 2 Gewitter.
Rund um Luzern war das normale Abendchaos. So beschloss ich mit den Teleskopen schon früher rauszufahren. Ich war erstaunt, dass oben schon ca. 10 Autos und ca. 25 Personen waren. Familien mit Kindern auf Decken am Picknicken.
Ich stellte die Teleskope auf (Eines für die Fotografie, Vixen ED-103 inkl. Baader Astrosolarfolie ND 5.0, eines zum Beobachten (Celestron C8 inkl. Celestron Sonnenfilter) auch für die Leute.) (Hat sich bewährt, dass ich in Ruhe am Vixen fotografieren kann.) Die Familie wird dann anschliessend noch eintreffen vor Beginn der Finsternis.
So konnten wir bei bestem Wetter die Finsternis beobachten. Im Hintergrund sind noch die Quellwolken an den Alpen und über dem Berner Oberland zu sehen. Der Amboss des Gewitters war auch noch nach der Finsternis zu sehen.

Nikon D-500 mit Vixen ED-103, 1200 mm Brennweite, 12.8.2026, 19.26 Uhr MESZ, 1/500 Sek, ISO 100
Mit der Zeit kamen auch immer mehr Leute. Inkl. kleinen Tischchen und Stühlen, Decken wurde gepicknickt. Durch das Celestron C-8 konnten die Besucher dann die Sonne gefahrlos beobachten. So kann ich gleich auch noch einen Sidewalk eintragen. Es gab weitere kleine Teleskope und auch Fotografen mit Teleobjektiven.
Zwischendurch bekam ich von Sara Giger Besuch. Am Nachmittag hatte ich noch mit dem Rest der Familie in Spanien Kontakt. Sie hatten mir angekündigt, dass Sara hochkommen würde.
Die Finsternis nahm Ihren Lauf und ging weiter. Zusätzlich haben wir jetzt auch noch den Livecast der ESA aus Spanien am Handy am Laufen.
Es wurde im Verlauf der Finsternis deutlich kälter. Ich hatte zwar einen Temperaturmesser mit dabei, hatte es aber wegen dem Zeigen der Finsternis am Teleskop für die Anwesenden vergessen aufzuschreiben. Das Licht wurde immer fahler. Es war auch bei uns etwas zu bemerken, dass sich irgendwas am Himmel verändert. Die Zeit verrinnt wie im Flug, da ich daneben immer wieder Personen am Celestron die Sonne zeigte. So war halt dann weniger Zeit zum Fotografieren aber es gab gute Begegnungen.


Es war ein wirkliches Happening. überall assen Leute auf Picknickdecken und schauten mit den Finsternisbrillen. Es war sehr angenehm von den Temperaturen. Leichte Bise. die Farben wurden immer spezieller und der Moment des Maximums nahte.
Die Finsternis schreitet voran. Das Licht wird extrem fahl. Aber aufgrund des flachen Winkels habe ich weder durch ein Lochsieb noch bei den Blättern am Baum die sichelförmigen Schatten gesehen. Die Belichtungszeiten mussten deutlich erhöht werden. Der rote Lichtteil wurde immer mehr und alles war in eine mystische Farbe gehüllt.

Nikon D-500, Vixen ED-103, 1200 mm Brennweite, ISO-200, 1/320 Sekunden


Flüsskapelle, Nottwil.


Bei uns war es abnehmend und in Spanien ereignete sich die grosse Totalität. Im Livestream konnten wir das mitverfolgen und schon bald trafen auch erste Bilder dann im Whatsapp ein aus Spanien.


Die Sonnenfinsternis hat das Maximum erreicht und beginnt sich langsam in Richtung Horizont zu verschieben.

Die Belichtung musste deutlich erhöht werden. Unterdessen sind wir bei 1/30 Sekunden, ISO 800.
einige Zeit später ging dann das Sonne/Mondpaar unter hinter dem Jura. Zwischen Wahlenmatt und Chamben als Hügel.

Vixen ED-103, 1200 mm Brennweite, 20.37 Uhr MESZ, ISO-800, 1/8 Sekunden belichtet.

ISO-1600, 1/5 Sekunden, Vixen ED-103, 1200 mm Brennweite, Nikon-D500
Für mich extrem bei dieser Finsternis war, dass ich sehr stark mit der Belichtungszeit zulegen musste. Am Schluss war der Untergang mit einem ND-5 Filter auf einem Fernglas nicht mehr zu sehen. Beim Teleskop musste ich auch um X-Blendenstufen wechseln und die ISO hochschrauben. Nach dem Untergang flogen noch 3 Heissluftballone im Tiefflug zu Ihrer Landung über den Beobachtungsort. Der Platz leerte sich aber es gab ca. 20 Personen die dann anschliessend noch die Perseiden beobachten wollten. Bis zum Ende des Abräumens der beiden Teleskope und 3 Kameras waren schon die ersten hellen Boliden zu sehen. Daneben durfte ich den beiden Familien und den Kindern die Sternbilder erklären und auch die Venus hatten wir noch durch das Teleskop angeschaut.
Zum Abschluss und kurz nach dem Untergang der Sonne kamen noch 3 Ballons von Nordosten die direkt vor uns durchflogen und zur Landung ansetzten. Das wäre ein Bild gewesen, wären die ein paar Minuten früher noch mit der Sonne durchgeflogen. Ein Bericht in den CH-Medien ist hier zu finden: Bericht Aargauer Zeitung

Es war schön Stella zu zeigen, was Patrizia und ich vor 10 Jahren und 11 Tagen in der Wüste Gobi beobachten konnten. Die Vorgängerfinsternis aus diesem Saroszyklus.
Interessante Beobachtung:
Es ist das erste Mal, dass ich eine Solaranlage auf dem Dach hatte während einer grossen Finsternis. Daher war es für mich interessant zu sehen ob die Produktion durch die partielle Phase reduziert wird.
Durch die Verdunkelung ist bei uns am Mittwoch 30 Minuten Produktion weniger gewesen als am Tag danach. Die Produktion ging auf dem Energiemanagementsystem ab ca. 19.30 Uhr (also ein paar Minuten nach Beginn der Finsternis) zurück. Bilder kopiert aus dem Solarmanager.
Nach der Rückkehr nach Hause ging es um Mitternacht für Stella und mich weiter. Wir gingen auf die Terrasse und beobachteten die Perseiden. Dabei haben wir innert 40 Minuten 25 Stück gesehen. Die Kamera hat dann in der Nacht auch noch einen aufgenommen. Interessant dabei, dass der Strich von oben her ein Satellit ist (War auf dem Folgebild auch weiter oben zu sehen)

Es war schön das mit der Familie zu erleben. Auch dass meine Eltern nochmals mitgekommen sind war erfreulich. Sie sind doch schon älter als 80 Jahre und wir wissen nicht, wie viele Finsternisse sie noch beobachten können.
Familie Boog auf dem Niederbauen:
Sandra Boog und Ihre Familie hat sich auf dem Niederbauen niedergelassen und bei einem Picknick die Sonnenfinsternis angeschaut. Dabei hat Julian ein paar Fotos und Videos gemacht. Er kam letzten Samstag zu mir um die Finsternisfolien bereitzumachen die es dafür brauchte.
Schon seit einiger Zeit hatten sie Ihre Tickets für den Niederbauen gesichert.

Auf dem Niederbauen gab es kein Angebot von der Bahn her aber es gab viele Interessierte die die Sonnenfinsternis beobachteten. Um 22.00 war dann Rückkehr nach Horw.
Michel Rebosura, Hildisrieden
Schon einige Tage vor der Sonnenfinsternis merkte ich, dass das Ereignis weit über die astronomisch Interessierten hinaus Aufmerksamkeit weckte. Freunde und Bekannte fragten mich, wo sie noch Finsternisbrillen bekommen könnten und von wo aus die Sonne rund um Luzern gut zu sehen sei, ohne dafür gleich auf einen Berg steigen zu müssen. Zum Glück hatte ich bereits über einen Monat zuvor ein Zehnerpack von Baader Planetarium bestellt, das trotz einiger Lieferverzögerung noch rechtzeitig eintraf.
Wo wir selbst beobachten würden, war allerdings noch offen. Am Vortag fuhr ich deshalb mit dem E-Bike einige zuvor über Karten und Sunset Atlas ausgesuchte Standorte zwischen Emmenbrücke, Rothenburg, Rain und Hildisrieden ab. In die engere Auswahl kamen schliesslich eine Anhöhe bei Rain und der Panorama-Aussichtspunkt Hildisrieden oberhalb des Sempachersees. Wegen des freien Westhorizonts und des grossartigen Panoramas fiel die Wahl auf Hildisrieden. Am Abend zuvor und noch am Vormittag der Finsternis entstand nach der Anleitung von Baader zudem mein erster selbstgebauter Sonnenfilter aus AstroSolar® Safety Folie OD 5.0 für das Samyang 135 mm.

Ich fuhr etwas früher los, um vor Ort einen geeigneten Platz zu finden. Eine Hangwiese unterhalb des eigentlichen Aussichtspunktes erwies sich als ideal: freie Sicht auf den Sonnenuntergang, genügend Platz und gleichzeitig ein angenehmer Ort, um länger zu verweilen. Die anderen kamen mit Apéro, Snacks und Getränken nach. Wir waren längst nicht allein. Bereits einige Menschen warteten dort, und im Laufe des Abends kamen stetig weitere hinzu.
Die Kulisse hätte kaum schöner sein können: der Sempachersee, das Voralpenpanorama, mächtige Quellwolken über den Bergen und dazwischen Heissluftballone am Abendhimmel. Manche hatten Finsternisbrillen dabei, andere selbstgebaute Projektionsschachteln. Leider sah man vereinzelt auch ungeeignete und gefährliche Hilfsmittel wie CDs – ein Hinweis darauf, wie wichtig die Vermittlung einer sicheren Sonnenbeobachtung weiterhin ist.
Als noch recht unerfahrener Astrofotograf brauchte ich zu Beginn etwas Zeit, bis Kamera, Fokus und Belichtung stimmten. Danach funktionierte der selbstgebaute Filter aber problemlos. Fotografiert habe ich die partielle Sonnenfinsternis mit einer Nikon D7000 und einem Samyang 135 mm bei 1/500 s, f/5.6 und ISO 200. Im Nachhinein hätte ich gerne noch mehr Weitwinkelaufnahmen dieser besonderen Landschafts- und Lichtstimmung gemacht – während der Finsternis war ich aber zunächst einmal froh, dass die Sonnenaufnahmen gelangen.


Die Stimmung auf der Wiese war schwer auf einen Begriff zu bringen: irgendwo zwischen Naturbeobachtung, Picknick, Volksfest und stiller Ehrfurcht. Immer wieder gingen Blicke zur Sonne, dann wieder über die Landschaft oder zu den anderen Menschen. Gerade diese Mischung machte den Abend für mich besonders.
Nach Sonnenuntergang kamen noch einige Jugendliche im Alter von ungefähr zwölf bis sechzehn Jahren vorbei und erkundigten sich neugierig nach meiner Kamera und dem Sonnenfilter. Natürlich wollten sie auch die Aufnahmen sehen – mit ihren Smartphones war die Sonnensichel kaum vernünftig festzuhalten. So kam ich unverhofft zu meiner ersten kleinen astronomischen Vermittlungssituation.

Beglückt fuhren wir schliesslich gemeinsam wieder hinunter nach Emmenbrücke. Ganz abgeschlossen war der astronomische 12. August – der bereits frühmorgens mit der Planetenparade begann – damit allerdings noch nicht: In der Nacht versuchte ich mich auch an den Perseiden. Glücklicherweise fand ich auf unserem Anwesen eine Ecke, von der aus ich die Kamera – diesmal mit dem Tokina 11–16 mm – über mehrere Stunden laufen lassen konnte. Zwischen etwa 23 Uhr und 4.30 Uhr entstanden automatisiert alle 15 Sekunden Aufnahmen, um die Chance auf möglichst viele Meteore zu erhöhen.
Für das Maximum stellte ich mir zusätzlich einen Wecker auf 2.30 Uhr. Auf einem Liegestuhl, unter einer Decke und mit freiem Blick in den Himmel konnte ich dann selbst zahlreiche Perseiden beobachten, darunter auch einige besonders helle und lange Erscheinungen. Mit der Nikon D7000 und dem Tokina 11–16 mm bei 11 mm, 15 s, f/2.8 und ISO 1600 gelang dabei zum Abschluss auch die Aufnahme eines hellen Meteors – ein passender Abschluss eines aussergewöhnlich langen astronomischen Tages.
LInksammlung:
https://www.aargauerzeitung.ch/aargau/kanton-aargau/sonnenfinsternis-im-ballon-ueber-dem-aargau-ld.4215969
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