In der Nacht vom 21. auf den 22. Juli 2026 haben wir in der Sternwarte Luzern die neulich explodierte Supernova SN2026sqf in der Galaxie NGC 3310 spektroskopiert. Es handelt sich dabei um eine Supernova vom Typ II. Dabei erleidet ein massiver Stern am Ende seiner Lebenszeit einen Kernkollaps, gefolgt von einer gewaltigen Explosion, welche ihn für einige Zeit etwa gleich hell leuchtet lässt wie eine ganze Galaxie. Was danach übrigbleibt ist entweder ein Neutronenstern oder ein Schwarzes Loch.
Die Hostgalaxie NGC 3310 von SN2026sqf ist „nur“ etwa 50 Millionen Lichtjahre entfernt und somit war diese SN mit einer scheinbaren Helligkeit von heller als 12 mag eine der helllsten SN Typ II seit etlichen Jahren. Wir haben daher die seltene Gelegenheit benutzt, um nach der Abenddämmerung ein Spektrum aufzunehmen.

Für das Spektrum haben wir unseren TEC APO 180 FL mit einer 2x PowerMate benutzt. Damit konnte bei f/14 mit dem DADOS Spaltspektrographen alles verfügbare Licht aufgezeichnet werden.


Der ausführliche Bericht zum Spektrum, redigiert von Richard Walker ist hier verlinkt: Supernova SN2026sqf NGC3310
28. Juli 2026, Roland Stalder mit Richard Walker und Martin Huwiler (alle AGL)
Unterdessen wurde diese Supernova SN2026sqf aufgrund von professionellen Spekralanalysen neu klassifiziert. Sie gilt nun nicht mehr als SN vom Typ II (Kernkollaps), sondern als SN Typ Ia-SCM (Circum Stellar Matter). Damit wird sie zu einer Rarität, weil von diesem Typ bisher noch nie ein so helles (d.h. nahes, nur ca. 50 Millionen Lichtjahre Distanz) Exemplar beobachtet wurde und weil bis zu dieser Distanz höchstens etwa eine solche SN pro Jahrhundert zu erwarten ist. Wir haben also wahrlich „ein Einhorn“ erwischt 🙂
Aktuell leuchtet SN2026sqf immer noch mit ca. 11.5 Magnituden, ist also in unserer Sternwarte im Teleskop neben NGC3310 gut zu sehen.
Update 9. August, Richard Walker und Roland Stalder
